Es gibt viele Situationen im Leben, deren vorgegebenen Regeln wir Menschen nicht akzeptieren wollen. Eine von ihnen ist, daß wir nur eine begrenzte Zeit auf dieser Welt leben können.
Naürlich ist es toll das Leben wie eine unbegrenzte Quelle zu sehen und das Leben auch so zu leben. Was ist, wenn es wirklich so ist, daß wir ein Teil von allem Lebenden sind und nur eine begrenzte Zeit in diesen "unserem Körper" leben? Was geschieht eigentlich danach?
Was mit unserer Seele geschieht, darüber gibt es sicherlich genauso viele Meinungen wie es Menschen gibt. Sicherlich hat jeder von uns seine ureigene Vorstellung darüber. Alle unsere Gedanken und Grübeleien, die wir mit uns tragen, laufen doch darauf hinaus, daß es ein weiteres Leben geben muß, auch nachdem wir aufzuhören zu atmen. Nichts ist falsch oder richtig bezüglich dieser Frage, es ist nur wichtig, daß jeder seinen Glauben haben darf. Es gibt ja kein Fazit darüber was nun falsch oder richtig ist.
Dagegen wissen wir, was mit einem Körper passiert, der nicht mehr lebt. In diesem Fall gibt es ein Fazit. Trotzdem wollen wir die gegebenen Gewohnheiten um unsere letzte Bleibe schaffen, die nicht ökologisch sind. Dies ist nicht erstaunlich mit dem Hintergrund, daß die Regeln und Traditionen, die wir bei einer Bestattung praktizieren, die im 11. Jhd geschaffen wurde. Seit dieser Zeit haben sich die Methoden nicht im wesentlichen verändert. (Siehe separaten Text)
Die letzten 900 Jahre haben wir Menschen doch vermehrte Kenntnisse bekommen, die wir praktisch umsetzen müssen. Wir wissen unter anderem was Sauerstoff eigentlich ist, dies wussten wir aber nicht im 11. Jhd. Wir wissen auch wenn etwas zu Humus werden soll, dann wird Sauerstoff dazu gebraucht. Trotzdem beerdigen wir unsere Toten in sauerstofffreier Tiefe, ohne über die Verbindung zwischen Wissen und Tradition zu reflektieren. Damit belasten wir die toten Körper mit einem Verwesungsprozess. Das wurde immer so gemacht.
Kremierung (Verbrennung) war ein neuer Gedanke im 18. Jhd., herausgewachsen aus der plötzlichen Urbanisierung und den Forderungen der Hygiene in den schnell wachsenden Städten. Weder aus biologischer- oder unter Umweltgesichtspunkten ist es eine richtige ökologische Alternative. (Siehe separaten Text)
Mein Gedanke besteht darin biologische Kenntnisse mit einer würdigen und ethischen Art und Weise zu kombinieren, von den Angehörigen bestattet und in ihrer Erinnerung zu bleiben. Das primäre Ziel besteht darin, daß der Körper nach dem Tode in organischer Form bewahrt wird und, daß wir unter der Oberfläche in einer lebenden Erde bestattet werden, die schnell zu Humus umgesetzt wird.
Ich bin überzeugt davon, daß diese neue Gedanken oft sehr fremd klingen. Trotzdem sollten wir versuchen eine natürliche Haltung zum Leben und Tod anzustreben. Die heutigen Bestattungsmethoden führen die Menschen hinters Licht. Sie fühlen sich dabei nicht geborgen trotz der Kenntnis, daß der Tod eine Voraussetzung für ein neues Leben ist.
Vermehrte Einsichten über den biologischen Kreislauf ergeben ein größeres Verständnis und Respekt für das Leben auf der Erde. Mit der Kenntnis was mit dem Körper nach dem Tod passiert, besteht Hoffnung, daß der Mensch eine größere Geborgenheit fühlen kann. Dies soll mehr Raum für geistige Fragen geben, die alle mit sich tragen.


